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Redebeitrag des
FDP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Breiter E.ON Hanse will seine Strom- und Gasnetze in
Schleswig-Holstein in eine Gesellschaft mit maßgeblicher kommunaler
Beteiligung bringen. Hintergrund dafür ist das Dritte Binnenmarktpaket
zur Liberalisierung des Strom- und Erdgasmarktes, das am 22. April 2009
verabschiedet wurde. Die Europäische Kommission hatte während der
Verhandlungen mit Nachdruck die verbindliche Festlegung von
Entflechtungsmaßnahmen gefordert, um Erzeugung und Vertrieb vollständig
eigentumsrechtlich von dem Betrieb der Strom- und Gasnetze zu trennen. Letztlich konnte sich die EU Kommission nicht
wirklich durchsetzen, so, dass das Angebot der E.ON Hanse AG, mit dem
wir uns heute beschäftigen, auf einer abgeschwächten Form des
Entflechtungskompromisses der EU zurückzuführen ist. Meine Damen und Herren, der Kreistag entscheidet heute nicht darüber, ob sich
Städte und Gemeinden an der Netzgesellschaft beteiligen müssen, sondern
ob sie dazu die Möglichkeit erhalten sollen. Entscheiden müssen sie dies dann ganz allein. Die Gremien des Kreises Ostholstein, der Beteiligter
an der EON Hanse AG, also Miteigentümer ist, haben aber zu entscheiden,
ob sie einer Ausgliederung des Geschäftsbetriebes Netz auf eine
Schleswig-Holstein Netz AG und dem Verkauf von bis zu 49,9 % der Aktien
an die Netz AG zustimmen. Aus Sicht der FDP-Fraktion bestehen dagegen keine
Bedenken. Mit diesem Votum legen wir Städte und Gemeinden in Ihrer
Entscheidung nicht fest, bieten ihnen aber eine weitere Alternative. Meine Damen und Herren. Ob wir mit der künftigen Netzstruktur so richtig
zufrieden sein werden, muss sich noch zeigen. Unabhängig von der
geplanten Schleswig-Holstein Netz AG werden in Zukunft voraussichtlich
weitere Unternehmen in Ostholstein Strom- und Gasnetze betreiben. Dies führt zwangsläufig zur Zerstückelung der Netze,
mit allen positiven und negativen Folgen. Mehr Anbieter bedeuten Wettbewerb. Dagegen hat die
FDP grundsätzlich nichts einzuwenden. Allerdings sollten die Bedingungen
für alle gleich sein. Dies ist in dem Flächenkreis Ostholstein leider
nicht gegeben. Die Netze in Städten werden sehr begehrt sein, da sie
wirtschaftlich zu betreiben sind. In den Landgemeinden, mit wenigen Anschlüssen an
langen Leitungsstrecken, wird sich die Nachfrage in Grenzen halten. Es
ist zu befürchten, dass eine Rosinenpickerei entsteht und der Betrieb
der Restnetze sehr teuer wird. Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich will nur auf die möglichen Auswirkungen
hinweisen, Verhindern können wir diese mit unserer Entscheidung nicht. Die FDP-Fraktion wird dem
Beschlussvorschlag zustimmen.
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