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Redebeitrag des
FDP-Fraktionsvorsitzenden Manfred Breiter Wir alle wussten, dass die Steuerquellen nicht
dauerhaft so sprudeln würden, wie in den letzten Schneller als wir erwartet haben, haben sich dann allerdings die wirtschaftlichen Daten verschlechtert. Natürlich hoffen wir alle, dass die Krise schneller endet, als zunächst vorhergesagt. Es gibt ja in der Zwischenzeit durchaus positive Signale, etwa steigende Auftragseingänge und eine Aufhellung der Exporterwartungen. Dennoch sind die Auswirkungen der Krise auf die Auftragslage der Unternehmen und die Arbeitsplätze deutlich spürbar. Die Basis, von der die Wirtschaft nun wieder zu wachsen beginnt, ist nach dem dramatischen Abschwung sehr niedrig. Damit verbunden ist ein kräftiger Rückgang bei den
Steuereinnahmen. Auch für den Kreis Ostholstein bleibt dies natürlich
nicht ohne Folgen. Ursache dafür sind nennenswerte Einbrüche bei der Kreisumlage und bei den Schlüsselzuweisungen in den kommenden Jahren. Gleichzeitig werden die Ausgaben für Transferleistungen steigen. Erinnern will ich beispielhaft an die nicht angemessene Beteiligung des Bundes an den Kosten für Unterkunft nach dem SGB II. Auch die Ausweitung der Tagespflege nach dem Kinderförderungsgesetz wird zu einer erheblichen Mehrbelastung des Kreises führen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, vor diesem Hintergrund ist die Flut der Anträge der
SPD-Fraktion eine Provokation. Nein, meine Damen und Herren von der SPD. So leicht
kommen Sie nicht davon. Die Bürger glauben Ihnen dies ohnehin nicht, wie
die Wahlen der letzten zwei Jahre gezeigt haben. Als es im letzten Jahr
um die Erhöhung der Kreisumlage ging, da haben Sie sich schon in die
Büsche geschlagen und jetzt wollen Sie Geld ausgeben, das gar nicht
vorhanden ist. Meine Damen und Herren, es ist ja nicht so, dass die FDP-Fraktion nicht auch Handlungsbedarf in vielen dieser Bereiche sieht. In den meisten Fällen ist aber der Kreis weder für die Durchführung noch für die Finanzierung dieser Aufgaben zuständig. Wir können nun einmal nicht alles ausgleichen, was andere trotz ihrer Zuständigkeit vernachlässigen. Nur weil das Land z.B. seiner Pflicht nicht nachkommt, die Schulen mit dem erforderlichen Personal auszustatten, kann nicht der Kreis dafür einspringen. Und wir können uns nicht an den Kosten für das Mittagessen an Ganztagsschulen beteiligen. Dies ist Sache der Schulträger. Die Haushaltslage des Kreises lässt großzügige Angebote nun einmal nicht zu. Im Übrigen haben viele Gemeinden bereits Lösungen für Ihren Bereich gefunden.
die Anträge der SPD-Fraktion kann man als populär bezeichnen. Ich halte Sie für populistisch. Sie können in dieser Form und in diesem Umfang von uns nicht unterstützt werden. Ein Teil der Anträge ist ja bereits mehrfach in den Fachausschüssen abgelehnt worden. Dass es im vierten Anlauf, bei gleichen Mehrheitsverhältnissen, zu einer anderen Entscheidung kommt, damit können die Antragsteller wohl kaum rechnen. Daran ist schon zu erkennen, was die SPD damit bezweckt. Im Übrigen haben wir in den Fachausschüssen ja
bereits Zugeständnisse gemacht. So kommt es bei der Schuldnerberatung zu
einer Anpassung der Kostenerstattung und auch in Sachen
Systemadministrator bei den Berufsschulen ist eine Unterstützung
vorgesehen. Dass nicht gleich alle Forderungen voll erfüllt werden, ist
natürlich auch auf die Haushaltssituation des Kreises zurückzuführen. Meine Damen und Herren, der Antrag der SPD-Fraktion, 40000,- € in einen Fonds
einzustellen, aus dem vorbeugende Maßnahmen zu ungewollten
Schwangerschaften für Menschen im Hartz IV-Bezug bezahlt werden sollen,
wurde im Sozialausschuss und im Finanzausschuss ausführlich diskutiert. Meine sehr verehrten Damen und Herren, alles in allem ist die Finanzsituation des Kreises Ostholstein weiterhin äußerst kritisch, mit der Tendenz zur Verschlechterung. Es gibt daher keine Alternative zu strikter Ausgabendisziplin. Leider sind wir, Kreistag und Verwaltung, nicht allein Herr des Verfahrens. In vielfältiger Weise nehmen Bund und Land Einfluss auf unsere Finanzen. Ich mache keinen Hehl daraus, dass es mir lieber
wäre, man würde in Berlin weniger über Steuerentlastungen streiten und
darüber wie sie finanziert werden sollen, sondern mehr an der Schaffung
eines einfachen und damit transparenten Steuersystems arbeiten. Meine sehr verehrten Damen und Herren, abschließend will ich noch ein paar Worte zu dem vom
Kreistag beschlossenen Stellenabbaukonzept und zum Stellenplan sagen. Meine sehr verehrten Damen und Herren, zum Schluss möchte ich mich im Namen meiner Fraktion
bei der Verwaltung, insbesondere beim Fachdienst Finanzen für die
Vorlage der umfangreichen Unterlagen bedanken. Dies war in diesem Jahr
nicht nur deshalb besonders aufwendig, weil immer neue Daten
eingearbeitet werden mussten. Es ist auch die Doppik, die nicht nur die
Kreistagsabgeordneten vor große Herausforderungen stellt. Die FDP-Fraktion wird dem vorgelegten Stellenplan und der Haushaltssatzung in der aktuellen Form zustimmen.
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