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Redebeitrag des FDP-Abgeordneten
Hans-Jürgen Löschky
Kreistag 08.12.2009
TOP. 16, Windenergie Kreis OH
Sehr geehrter
Herr Kreispräsident,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
verehrte Kolleginnen und Kollegen,
Der vorliegende
Antrag zur Windenergie, Konzept zur Ermittlung konfliktarmer oder
konfliktfreier Flächen für Windenergieanlagen im Kreise Ostholstein,
wird von der FDP-Fraktion begrüßt und inhaltlich in vollem Umfang
mitgetragen, einschließlich der Änderungen.
Begründung:
Mit diesem
Konzept zur Weiterleitung an die Landesplanung leistet der Kreis
Ostholstein einen Beitrag zu dem ehrgeizigen Ziel, den Anteil von
erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von jetzt 12,5 % auf
mindestens 20 % im Jahre 2020 zu erhöhen.
In Schleswig-Holstein liegt der Anteil des Stroms aus Windenergieanlagen
am Bruttostromverbrauch, laut Entwurf des Landesentwicklungsplanes,
bereits heute bei gut 30 %. Derzeit gibt es ca. 12.000 ha
Eignungsgebiete in S-H, die Vorgabe von 1 % der Landesfläche entspricht
jedoch einer Fläche von ca. 15.800 ha. Damit würden landesweit nur 3.800
ha neu auszuweisen sein.
Wir meinen das reicht nicht aus und möchten über die 1% Grenze
hinausgehen und weitere Eignungsgebiete ausweisen. Wenn ich das richtig
einschätze, herrscht hierüber Konsens unter den Fraktionen des
Kreistages und ist als Forderung in dem Konzept vorhanden.
Wir unterstützen das Konzept aber auch, weil es in Abwägung aller
Aspekte einen fairen Interessenausgleich zwischen Betreibern und Nutzern
einerseits, sowie den Belangen des Tourismus, dem Erhalt von Natur und
Landschaft, sowie der Lebensqualität des Raumes für die Menschen,
darstellt.
Hierbei sehen wir vorrangig die Ergänzung bestehender Anlagen wo immer
möglich, weniger die Ausweisung neuer Flächen. Besonders Ostholstein als
Ferienkreis sollte das beachten und deswegen steht es auch in dem
vorliegenden Konzept.
Ein Wort noch zu der praktizierten Verfahrensweise bei der Beratung des
Konzeptes.
Das gute Zusammenwirken von Verwaltung und Selbstverwaltung hat sich
auch hier bewährt, wobei die Selbstverwaltung den Rahmen setzt.
Ich persönlich fand es absolut hilfreich und sachdienlich, dass wir uns
bei diesem wichtigen Thema auch interfraktionell und über Parteigrenzen
hinweg auf eine sachliche und sachdienliche Behandlung der Thematik
verständigen und von daher auch einen breiten Konsens hier im Kreistag
erzielen konnten.
Dafür bedanke ich
mich ausdrücklich!
Vom ersten
Konzeptentwurf im April d. J. bis zu dem jetzt vorliegenden Konzept war
es ein relativ langer Beratungsweg, für den die Erlasse der
Landesplanungsbehörde vom 16.01.09 und 17.03.09 die Grundlage bildeten.
Darüber hinaus wurden parallel Gespräche mit den
Gemeinden und auch den Windkraftanlagenbetreibern geführt, sowie vor Ort
Anlagen
besichtigt und Informationen gesammelt.
Ebenso haben wir uns bei Bürgerversammlungen informiert und
festgestellt, dass der Widerstand gegen neue Ausweisungen, wie z. B. in
der Gemeinde Wangels nur von wenigen betroffenen Bürgern organisiert
wurde und von daher auch folgerichtig der angestrengte Bürgerentscheid
zu diesem Thema in der Gemeinde scheitern musste.
Teilweise erhält man durch
Presseveröffentlichungen doch
einen Eindruck, der nicht immer ganz den
Verhältnissen entspricht. Die schweigende Mehrheit artikuliert sich eben
nicht!
Damit war also eine breite Entscheidungsgrundlage geschaffen, die
den Abwägungsvorgang zwischen den unterschiedlichen Interessen
erleichterte und dann zu dem heutigen Votum führte.
Dabei wurden die Eignungsflächen im Kreis von
ursprünglich 1.800 ha im 1. Konzept, über die Gemeindewünsche
von ca. 4.650 ha auf grundsätzlich
geeignete Flächen. evtl. mit Feinsteuerung von ca. 3600 ha
zurückgeführt.
Das politische
Signal lautet somit:
-
Erneuerbare Energien sind ein Beitrag zum Klimaschutz
-
Keine Begrenzung der Eignungsflächen auf 1% der Landesfläche
-
Möglichst viel Entscheidungshoheit bei den Gemeinden
-
Flächen unter 20 ha sind ungeeignet
-
Bisherige Eignungsflächen bleiben geeignet
-
Repowering ist wichtig – weniger Anlagen mit mehr Leistung
-
Windenergie ist ein Wirtschaftsfaktor – pro Anlage
15°-30°€ Gewerbesteueraufkommen
-
Ca. 3-4 Mitarbeiter werden a 50 Anlagen benötigt
-
Beteiligung der Bürger an Bürger-Windparks ist ausdrücklich
gewünscht
Dabei ist zu
beachten, dass der erzeugte Strom auch abfließen muss. Von daher fordern
wir die geplante 110 kv – Leitung schnellstmöglich zu bauen, allerdings
als Erdkabel. Hier ist e-on Hanse in der Pflicht!
Die immer wieder angesprochene Störung des Vogelzugs scheint allerdings
weniger ein Problem zu sein!
Meine sehr
geehrten Damen und Herren,
es hat sich
gezeigt, dass die große Mehrheit der Bevölkerung den Ausbau der
Windenergie unterstützt.
Wenn man bedenkt, dass landesweit nur ca. 3.600 ha Eignungsflächen
ausgewiesen werden sollen und Ostholstein allein schon ca. 3.800 ha in
diesem Konzept anmeldet ist abzusehen, dass bei weitem nicht alle
Wünsche erfüllt werden können.
Die Ausweisung von Flächen wird für die Betroffenen ein relativ seltener
Glücksfall sein.
Wir bitten um breite Zustimmung!
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
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